Dem Körper die Hand reichen
Traumaspezifische Körperarbeit in der Psychotherapie
Traumaspezifische Körperarbeit in der Psychotherapie
Viele Traumatisierte haben erwiesenermassen erhebliche und einschränkende Probleme mit ihrem Körper. Häufig bilden sich Schmerz-, Ess-, und/oder Körperbildstörungen heraus. Gleichzeitig treten oft somatische Erkrankungen und sensomotorische Einschränkungen auf. Zudem können körperliche Schädigungen direkt durch das traumatische Ereignis entstanden sein. Auch bei der im Rahmen einer PTBS bestehenden Symptomatik spielt der Körper eine grosse Rolle. So werden Traumatisierungen über alle Sinneskanäle wiedererlebt bis hin zu körperbezogenen Flashbacks in Form von Schmerz oder anderen, verstörenden Empfindungen. Aufgrund von Intrusionen und Hyperarousal liegt ausserdem bei den Betroffenen ein erhöhter Stress vor. Stresserleben erfolgt massgeblich über den Körper. Der Körper wird somit von den Betroffenen meist negativ definiert, als Last wahrgenommen, als Feindbild abgelehnt oder gar abgespalten. Es ist daher essenziell, in die Behandlung von Traumatisierten die Körperebene und Körperübungen miteinzubeziehen, insbesondere da bei konfrontativer Therapie zu erwarten ist, dass an die traumatisierende Situation gebundene körperliche Reaktionen auftreten.
In der multiprofessionellen psychiatrischen Versorgung sollen Fachpersonen wie psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen, Pflegefachpersonen, Fachleute Gesundheit und Betreuung, Sozialpädago*innen und -arbeiter*innen sowie Spezialtherapeut*innen befähigt werden, körperliche Veränderungen zu erkennen und besser zu verstehen. Körperbezogene Interventionen sollen gezielt angewendet werden können. Die körperorientierten Interventionen sind so strukturiert, dass sie von anerkannten Fachkräften ohne körper- oder bewegungstherapeutische Ausbildung durchgeführt werden können.
In fünf Modulen erfahren Sie, dass es gute Gründe gibt, weshalb achtsame Bewegung und Körperarbeit in der fachlichen Arbeit mit Traumatisierten wichtige Elemente darstellen und diese gleichzeitig für betroffene Patient*innen viel Mut erfordern. Wir werden uns damit beschäftigen, warum Körperfunktionen durch erlebte Traumata durcheinandergeraten können. Auf diesem Hintergrund werden Sie Methoden erlernen, wie (wieder) mehr Ruhe in den Körper einkehren kann.
Anja Englhardt, eidg. anerkannte Psychotherapeutin, zertifizierte Therapeutin für traumaspezifische Psychotherapie (DeGPT, EMDR, IRRT), zertifizierte Supervisorin
Karin Wild, eidg. dipl. Bewegungstherapeutin, MAS Systemische Beratung, Somatic Experiencing Practitioner
11. bis 12.6.2026 sowie 25. bis 26.6.2026,
jeweils Donnerstag und Freitag
von 8.30 bis 16.30 Uhr
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30. bis 31.10.1026 sowie 27. bis 28.11.2026,
jeweils Freitag und Samstag
von 8.30 bis 16.30 Uh
VOLKSHAUS ZÜRICH
Stauffacherstrasse 60
8004 Zürich
CHF 1’300.– für alle Module, im Preis inbegriffen sind ein kleines Znüni und Zvieri.
Für Mittagessen und Parkkosten muss selbst aufgekommen werden.
Die Weiterbildung richtet sich an folgende Berufsgruppen der psychiatrischen Versorgung:
Mindestteilnehmerzahl: 6 Personen.
Maximale Teilnehmerzahl: 15 Personen.
Anmeldeschluss für das Juni-Seminar: 1. Juni 2026
Anmeldeschluss für das Oktober-/November-Seminar: 19. Oktober 2026